!!! Museum | Osterburg zu Weida
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Museum

Das Museum in der Osterburg

Seit 1930 gibt es ein Museum in der Burg. Am 23. MÀrz wurde es vom Vorstand des Ortsgeschichtlichen Vereins eröffnet.
Die AusstellungsrÀume befinden sich in der Remise, im Alten Schloss und im Burgturm.
In der Remise gibt es eine Bauernstube, ein BĂŒrgerzimmer und ein Burgmodell.
Außerdem ein Grafikkabinett und den großen Raum fĂŒr Sonderausstellungen.
FrĂŒher wurden hier im Laufe eines Jahres mehrere Ausstellungen zu den unterschiedlichsten Themen gezeigt. In der jĂŒngeren Vergangenheit gab es auch
Jahresausstellungen, so zum Beispiel 2009 anlÀsslich der 800-Jahrfeier der Stadtrechte von Weida.

Im Erdgeschoss des Alten Schlosses wurde ein Lapidarium, eine Gesteinssammlung eingerichtet. Hier werden archÀologisch und geologisch wertvolle Exponate sowie historisch wertvolle Epitaphien (Grabplatten) und Insignientafeln (Wappensteine) gezeigt.
Im ersten Obergeschoss ist die stÀndige Ausstellung der Stadtgeschichte zu sehen. Sie zeigt die Entwicklung Weidas zwischen dem 12. und 19. Jh.

Webstuhl - Wappen der Vögte
www.museumsgeschichte-weida.de

In der zweiten Etage im Alten Schloss wurden die ehemals tragenden Balken von der Decke abgehĂ€ngt. Seitdem heißt dieser Veranstaltungsraum „Balkensaal“. Hier wird die stĂ€ndige Ausstellung „Weida - Wiege des Vogtlandes“ gezeigt. Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich Eheschließungen im Balkensaal.
1993 entstand im dritten Obergeschoss die „Galerie im Alten Schloss“.
Die Begegnung mit der Bildenden Kunst in der Galerie und im KĂŒnstleratelier im Neuen Schloss eröffnen neue Perspektiven fĂŒr den Kunstliebhaber.
Im Inneren des Burgturms auch Bergfried genannt befinden sich zwei weitere Ausstellungsbereiche. Weil Ausgrabungsfunde gezeigt und ein Einblick in die Baugeschichte des Turms gegeben werden, heißt die Ausstellung tief unten
„Turm im Turm“.

Besonders stolz sind die Museumsleute auf die 360°-Projektion im Turm.
Wenn alte Mauern sprechen könnten, heißt es, hĂ€tten sie viele spannende Geschichten zu erzĂ€hlen. Und die alten ZiegelwĂ€nde im Inneren haben tatsĂ€chlich zu reden begonnen.
In einer 360°-Projektion unmittelbar auf die romanischen Ziegel gebannt, erzĂ€hlt ein Film die Geschichte des Vogtlandes und der Reußen, der Nachfahren der Vögte.
Die Zuschauer gleiten mit einem virtuellen Turmfalken ĂŒber das Vogtland dahin, aufsteigend von der Osterburg in Weida.
Hier ließen sich die Vögte im 12. Jh. nieder, hier begann der Aufstieg der (spĂ€teren) Reußen von Dienstmannen des Kaisers Barbarossa bis hin zu ReichsfĂŒrsten.
Wie der Falke, der von Weida ĂŒber Greiz weiter nach Gera fliegt, schwangen sich auch die Reußen immer wieder auf und erweiterten ihre kleinen FĂŒrstentĂŒmer.

Das Neue Schloss beherbergt ein KĂŒnstleratelier, das Moritzgewölbe als rustikalen Veranstaltungsraum und die gastronomischen Einrichtungen der Osterburg.
Die Stadtblickterrasse bietet CafĂ©gĂ€sten einen einzigartigen Blick auf Weida. Die „Wirtschaft zur Osterburg“ bietet den Gaumenschmaus der besonderen Art im historischen Tonnengewölbe des „Neuen Schlosses“.
Tafeln wie zu alten Zeiten mit Holzlöffel, Dolch und Fingern. Gaukler und Spielleute sorgen fĂŒr Folklore.

Die TĂŒrmerwohnung im Burgturm

Gut 500 Jahre lang war der Posten eines TĂŒrmers in der Osterburg besetzt und die TĂŒrmerfamilie wohnte im Burgturm.
Der genaue Beginn der stĂ€ndigen Anwesenheit eines TĂŒrmers bleibt jedoch im Dunkel der Geschichte. Gesicherte Fakten gibt es zum letzten TĂŒrmer Gustav Hermann Heißig (1842 - 1923).
Der gelernte Weber war einige Jahre Gerichtsdiener beim Amtsgericht Weida, weil er stets in der NĂ€he seiner geliebten Osterburg sein wollte.
Ein tragischer Unfall bei der Begleitung von Gefangenen im Garten kostete ihn ein Auge. Er war gestĂŒrzt und mit dem Gesicht auf einen Rosenpfahl gefallen. UngeklĂ€rt bleibt, warum er nach kurzer Zeit auch auf dem zweiten Auge erblindete. Weil er seinen Beruf nun nicht mehr ausĂŒben konnte nahm er im Dezember 1889 das Angebot an, den vakanten Posten des TĂŒrmers zu ĂŒbernehmen.
Die neue Aufgabe konnte er jedoch nur mit der UnterstĂŒtzung seiner Familie, Ehefrau Ernestine Wilhelmine, Kinder, Schwiegerkinder und Enkel erfĂŒllen.
Als Ernestine Heißig 1917 starb, musste er sein Amt aufgeben und aus der TĂŒrmerwohnung ausziehen. Damals war nur der zweite Zinnenkranz fĂŒr die Öffentlichkeit zugĂ€nglich. Auf dem ersten Kranz befanden sich ein Holzschuppen, KaninchenstĂ€lle und der Abort. Es gab keinen Elektroanschluss und bis zum 20. Jh. auch keine Wasserleitung. Das Wasser wurde vom Hofbrunnen in einer RĂŒckenbutte hinaufgetragen. Der pfiffige Enkel Richard Hermann Kohout machte sich ein Zeichen in die Butte und fĂŒllte nur bis dahin Wasser hinein, sonst hĂ€tte er sich bei jedem Schritt des steilen Aufstiegs das Wasser ĂŒbers Kreuz gegossen. Erst spĂ€ter gab es eine Wasserleitung bis zum ersten Kranz.
Auch das Brennholz wurde mit einem speziellen Korb auf dem RĂŒcken hinaufgetragen.
Gustav Hermann Heißig lebte und arbeitete hier von 1890 bis 1917.
Trotz seiner Erblindung ĂŒbte er sein Amt 27 Jahre lang sehr verantwortungsvoll aus. Man sagt, er sei ein herzensguter Mann gewesen, aber wenn eine Uhr nicht pĂŒnktlich schlug, konnte er fuchsteufelswild werden.
Danach besetzte die Stadt Weida den TĂŒrmerposten nicht wieder.
Zum Anschlagen der Stundenglocke wurde ein mechanisches Uhrwerk eingebaut.
Beim Museumsbesuch kann man die TĂŒrmerstube aufsuchen und im Rahmen einer SonderfĂŒhrung auch die darĂŒber liegende Uhrenkammer besichtigen, wo heute noch das Bett des TĂŒrmers steht.

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