Gericht und Gefängnis

Seit dem 15. Jahrhundert befand sich in der Osterburg auch immer eine Gerichtsbarkeit und verschiedene Gefängniszellen. Der Gefängnishof oder Gefängnisgarten diente zum Freigang der Inhaftierten.
Im Burghof findet man das so genannte Hundeloch, ein winziger, fensterloser Kerker, der bereits im Jahr 1483 erwähnt wird.
1825 erfolgte im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach eine Justizreform in deren Folge das Justizamt Weida gegründet wurde. Dieses bezeichnete man ab etwa 1897 als Amtsgericht, das mit seinen Gefängniszellen bis 1949 in der Osterburg verblieb.
Eine Zelle ist im Erdgeschoss des Alten Schlosses zu besichtigen.
Darin ist die Osterburg in ihrer langen Tradition als Gerichts- und Gefängnisort erlebbar. Thematisiert wird das historische Ereignis der letzten Hinrichtung in Weida im Jahre 1833, bei der nach Berichten 20.000 Schaulustige Weida besuchten. Durch das dargestellte „hochnotpeinliche Halsgericht“ erhält der Besucher einen guten Einblick in die damalige Gerichtsbarkeit. Ein Diorama zeigt die Hinrichtungsszene. Die allgemeinen Formeln, die zu Hinrichtungen in der damaligen Zeit üblich waren, sind zu hören.

An der Gefängniszelle vorbei führt der Weg in den ehemaligen Gefängnisgarten.
Heute ein Ort für Kleinkunst- und Musikveranstaltungen in kleinem Rahmen, ist der Garten auch bei Hochzeitspaaren beliebt.
Hier wurde eine Pforte in die Mauer gebrochen. Durch diesen Durchlass gelangen die Besucher ins Freie. Die Treppenanlage erstreckt sich über insgesamt 76 Meter Weg, überwindet zwölf Höhenmeter und führt hinunter in den „Höfischen Lustgarten“. Diese Treppen benutzen Besucher, wenn sie nach dem Besuch der Osterburg den Museumsbereich im Alten Schloss auf einem anderen Weg wieder verlassen möchten.