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Die Natur ist nicht wild und zufällig, sie ist nach einem erstaunlichen mathematischen Bauplan aufgebaut. In Wald und Feld herrschen strenge Gesetzmäßigkeiten - von der Blüte eines Gänseblümchens bis zur Architektur einer Bienenwabe. Wenn man sich der Natur mit mathematischem Verständnis zuwendet, erkennt man, dass alles auf das Feinste konstruiert ist, nichts ist zufällig, vielmehr ist alles logisch und präzise geplant.
Die neue Schau in Vorbereitung auf das „Wissens-Schloss Osterburg“ bietet einen Blick auf naturgegebene Phänomene, auf Zahlen und Zustände. Sie lässt spielerische Erfahrungen mit Pendeln und Kugelbahnen zu und erklärt naturwissenschaftliche Zusammenhänge.
Leihgaben aus dem Naturkundemuseum Gera und von anderen Leihgebern zeigen Beispiele für Symmetrie und Proportionen, für Schwingungen und Spiralen und vieles andere mehr.

Infos unter Tel. 036603-62775
http://wissens-schloss.de
oder www.osterburg-vogtland.eu


mathematik_in_der_bibelBegleitvortrag zur Ausstellung „Natürlich Mathe“am Donnerstag, 9.08.2018 - 18.00 Uhr im Balkensaal mit Dieter Bauke, Mathematiker aus Gera

Mathematik in der Bibel

Die Bibel als Quelle der Geschichtsschreibung ist unbestritten. Auch die Einschränkungen dieser Position sind bekannt: Geschichte wird dargeboten, wie sie sich den Israeliten darstellte, wenn und wie weit es ihre Geschichte betraf, wie sie politisch und weltanschaulich nützlich war. Die Schriftsteller der Bibel vollbrachten eine sehr große Leistung: Aus Texten und Textfragmenten wurde ein Opus gestaltet, das über Jahrtausende die Menschheitsentwicklung bis heute beeinflusst. Andererseits sind es eben "Schriftsteller", die bei der Bearbeitung der Texte Auswahl treffen und "künstlerisch" gestalten. Dabei werden Schwerpunkte gesetzt, ideologisch begründete Linien gezogen, Widersprüche geglättet usw.
Die Textfragmente entstanden ab ca. 1000 v. u. Z. (Großreich David/Salomo) von verschiedenen Autoren. Diese Geschichte des Volkes Israel ist eingebettet in die Zeitläufe der Dorischen Wanderung. Schwächen der benachbarten Großreiche im Zweistromland und in Ägypten ausnutzend, gelang es Saul und David, ein eigenes Königreich aufzubauen, welches unter Salomo in höchster Blüte stand. Nach dem Zusammenbruch des Großreiches und unter verschiedenen Fremdherrschaften wurden die Textteile zusammengefügt, zum Selbstverständnis und zur Identifikation des Volkes Israel.
Neben Politik und Kultur der Großreiche und Nachbarn flossen auch deren Naturwissenschaften und Mathematik in die Lebensgestaltung Israel und damit in die Bibel ein. So könnte man erwarten, dass es in Israel zu einem Erblühen der mathematischen Wissenschaften kam. Dies war jedoch nicht so: Die Übernahme von Wissen einerseits geschah vor der Sesshaftwerdung der Stämme. So war es "technisch unbequem" und auch nicht nötig, umfangreiches mathematisches Wissen zu erhalten und zu vergrößern. Benötigtes mathematisches Wissen war andererseits im Volk (Priester, Leviten, Schreiber) vorhanden und wurde genutzt. Und in der Zusammenarbeit mit anderen Stämmen und Völkern nutzte man auch deren mathematisches Wissen.
Auf Grund der Geschichte der Stämme Israel und der Entstehung der Bibel kann man ansetzen, dass in ihr das mathematische Wissen ab 1000 v.u.Z. dargestellt ist, ab etwa 500 v.u.Z. wurden die Bibeltexte zusammengefügt und weiter ergänzt. Welche mathematischen Elemente finden wir in der Bibel? Selbstverständlich finden wir Zahlen in verschiedenen Zahlensystemen, Rechnen und sogar Unvollständige Induktion sowie Elemente der Geometrie. Dies alles findet Anwendung in Verwaltung und Handel und wird bei der Ausbildung berücksichtigt. Und wir finden den Dualismus des gläubigen Menschen in den Ausprägungen von „Menschenmathematik“ und „Gottesmathematik“.
Gott bei der Erschaffung der Welt. Miniatur in der "Bible moralisé", Reims um 1235 – Interessant ist die Darstellung der Welt, die an das „Apfelmännchen“, eine Kernfigur der Chaostheorie, erinnert.


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