Baugeschichte

Bedeutung des Palas der Burg

Die Erbauung der ursprünglichen Osterburg – damals nur das „Feste Haus zu Weida“ genannt – erfolgte im 12. Jahrhundert also in der Zeit der Romanik.
Sichtbar aus jener Zeit ist nur der 54 m hohe Bergfried. Die Schlossgebäude und die Remise stammen aus dem 16. Jh., als die Osterburg nach dem Ende des 30-jährigen Krieges wieder aufgebaut wurde.
Die Untersuchungen von Lutz Scherf, Büro für Bauforschung in Silbitz, ergaben neue Erkenntnisse über die historische Bedeutung des Schlossgebäudes.
Als Quellen standen unterschiedliche Abbildungen der Osterburg zur Verfügung. Es ist überliefert, dass die Osterburg in den 1540er Jahren vom sächsisch-wettinischen Baumeister Nikolaus Gromann zu einem Renaissanceschloss ausgebaut wurde.
Schon in dieser Zeit wurde die romanische Bausubstanz geschliffen, wie es beispielsweise auch am Kloster Mildenfurth in Wünschendorf geschehen ist.
Der ursprüngliche romanische Palas wurde also zum Renaissanceschloss mit Zwerchhausgiebeln, wie man es heute noch am Oberen Schloss in Greiz finden kann.
Scherf entdeckte Reste dieses romanischen Palas, als repräsentativen Saalbau, der die Bedeutung der „Vögte zu Weida“ im späten Mittelalter widerspiegelte.
Es wurden zwei Gerüsthölzer geborgen (eins aus dem unteren und eins aus dem oberen Bereich), wobei das eine vor 1200, das andere nach 1200 datiert.
Es geht im Wesentlichen um den Nordteil des Neuen Schlosses mit dem entsprechend auf der Westseite vorgelagerten Treppenturm. Die Toreinfahrt schneidet zwar diesen Bau, aber im Grundriss handelt es sich um einen regelmäßig rechteckigen Grundriss.

Der Saalbau ist eines der Hauptgebäude auf der Burg und Baunähte weisen darauf hin, dass in der Folge an diesen Saalbau dieses Hauptgebäude erweitert wurde; alles in romanischer Bauzeit.
Der vorliegende Befund sagt aus, dass ein viergeschossiges Gebäude vorhanden war. Dieses viergeschossige Gebäude hatte zwei Sockelgeschosse. Über diesen beiden Sockelgeschossen hat es wohl zwei Saalgeschosse gegeben.
Die Rundbogenfenster lassen der Form nach auf ein mittelalterliches Bauteil schließen. An einem Detail ist erkennbar, dass hier eine sorgfältige Werksteinarbeit vorliegt. Besonders interessant ist, dass Farbfassungen auf dem Werkstein erkennbar sind sowie eine Gravur, die den Rundbogen nochmals besonders betont.
Ähnliche Details finden sich an den Eckverbänden. So kann man an der Nord-Ost-Ecke des Neuen Schlosses einen regelmäßigen Quadereckverband erkennen, der sogar noch den Randschlag und Farbfassungen zeigt. Die Steinarchitektur wird hervorgehoben, es ist auf Fernsicht gearbeitet.
Zu den Arkadenbögen untersuchte und fand der Bauhistoriker, dass diese tatsächlich vorhanden sind, und zwar in einer Form, die zunächst alle fünf Überfangbögen zeigt.
Im Ansatz sind auch noch die Binnenfenster der Überfangbögen erhalten.

Heute ist bekannt, dass drei dieser fünf Überfangbögen (Arkaden) mit einer Binnenbefensterung ausgestattet waren. Es gab drei Achsen, zwei Bögen waren Blindbögen und als Gestaltungselement in die Fassade integriert.

Palas

Im Zuge der Sanierungsarbeiten des Neuen Schlosses wurden 2012/13 mit Putz und Farbe Teile der „vögtisch-herrschaftlichen Architektur“ aus der Zeit der Romanik sichtbar gemacht.
Auf der bedruckten großen Glasscheibe wurde dokumentiert, was an der Fassade im Original nur sparsam dargestellt ist, jedoch damals das Aussehen des repräsentativen Palas entscheidend prägte.